Pflegegrad beantragen: Schritt für Schritt erklärt
Ein Angehöriger braucht plötzlich Unterstützung? So stellst du den Antrag auf einen Pflegegrad, bereitest die Begutachtung vor und vermeidest typische Fehler.
Wenn ein Mensch im Alltag dauerhaft Hilfe braucht, kann ein Pflegegrad den Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung öffnen. Der Weg dorthin wirkt zunächst kompliziert. Mit einem klaren Ablauf wird er deutlich einfacher.
1. Antrag stellen
Der Antrag geht an die Pflegekasse, die bei der Krankenkasse der pflegebedürftigen Person angesiedelt ist. Ein formloser Anruf oder ein kurzes Schreiben reicht für den Anfang. Wichtig: Leistungen gibt es in der Regel ab dem Monat der Antragstellung. Warte also nicht zu lange.
2. Begutachtung vorbereiten
Die Pflegekasse beauftragt eine Begutachtung, meist durch den Medizinischen Dienst. Eine Gutachterin oder ein Gutachter kommt nach Hause und schätzt ein, wie selbstständig die Person im Alltag ist. Bewertet werden unter anderem Mobilität, geistige Fähigkeiten, Selbstversorgung und der Umgang mit Krankheit und Therapie.
- Führe einige Tage ein Pflegetagebuch.
- Leg Arztberichte, Medikamentenplan und Entlassbriefe bereit.
- Sei beim Termin dabei, wenn es möglich ist.
- Beschreibe den Alltag ehrlich, auch an schlechten Tagen.
3. Bescheid prüfen
Nach der Begutachtung bekommst du einen schriftlichen Bescheid. Bist du mit dem Ergebnis nicht einverstanden, kannst du innerhalb der genannten Frist Widerspruch einlegen. Lass dir das Gutachten zusenden, es hilft bei der Begründung.
4. Leistungen nutzen
Mit einem Pflegegrad stehen je nach Situation Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Entlastungsbetrag, Tages- und Kurzzeitpflege oder Zuschüsse für Umbauten zur Verfügung. Die aktuellen Beträge veröffentlichen die Pflegekassen und das Bundesgesundheitsministerium.
Hinweis: Dieser Artikel ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung. Kostenlose Pflegeberatung bieten die Pflegekassen und Pflegestützpunkte an.